Stand 10.5.2014

1. Starten dürfen aufgrund von verschiedenen Auflagen nur Gleitschirm- und Hängegleiterpiloten, die folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • ausreichende Flugpraxis vorhanden, nachgewiesen durch B-Schein oder durch A-Schein plus 60 Flüge in den letzten 24 Monaten
  • Einweisung in das Fluggebiet Königstuhl absolviert
  • an einem Baumrettungskurs teilgenommen
  • Haftungsausschlusserklärung unterzeichnet
  • Vor Aufnahme des Flugbetriebs ist sicherzustellen, dass die Betreiber der Bergbahn unter 06221/22796 über unsere Aktivitäten informiert sind.

Gäste müssen dieselben Voraussetzungen (Flugerfahrung, Einweisung, Baumrettungskurs, Haftungsausschlusserklärung) erfüllen und melden bitte jeden Flug vor Flugantritt hier an. Dies ist notwendig, da der Verein Gastflüge gegenüber der Stadt dokumentieren muss.

2. Beim Erstflug muss ein Einweiser (d.i. ein vom Vorstand autorisierter Pilot) anwesend sein, mit dem man die Startentscheidung besprechen kann. Nach dem absolvierten Erstflug können die Startberechtigten selbständig am Königstuhl fliegen.

3. Das Fluggebiet ist anspruchsvoll. Jeder muss selbst beurteilen, ob die gegebenen Verhältnisse für ihn nicht zu schwierig sind. Jeder ist allein verantwortlich für die Startentscheidung, für die verwendete Ausrüstung sowie die Wahl und Bewältigung der Flugstrecke. Dies gilt, trotz Beratung durch den Einweiser, auch für den Erstflug. Auch der Erstflug erfolgt unter dem auf dem Antragsformular abgedruckten Haftungsausschluss.

Bild

Bild 1: Start, Flugkorridor unter 500 m NN, Landeplatz Stift, Landeplatz Boschwiese, Notlandeplatz Scheffelwiese

4. Der Pilot muss dafür sorgen, dass ihn jemand vermisst, wenn er einen Unfall hat und selbst keine Hilfe rufen kann. Dazu tauscht er mit seinen Fliegerkollegen oder mit jemandem anderes die Handynummern aus und verabredet, dass er sich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt melden wird. Wenn diese Rückmeldung nicht erfolgt, soll die Gewährsperson die Rettungsleitstelle unter 112 alarmieren.

5. Über Flugbetrieb wird in einer whatsapp-Gruppe informiert, Interessenten melden sich bitte beim Vorstand. Der SMS-Verteiler wurde mangels Nutzung abgeschafft.

6. Jeder Pilot hat beim Flug mitzuführen:

  • Baumrettungsutensilien, die leicht (mit einer Hand!) erreichbar am Gurtzeug untergebracht sein müssen: Bandschlinge und Karabiner zur Selbstsicherung, eine Trillerpfeife und die Rettungsschnur zum Hochziehen des Seils
  • ein Handy mit voll aufgeladenem Akku, in das die Nummern des Baumrettungsteams einprogrammiert sind: 0163-4874871 (Andreas), 0179-1348525 (Frank), 0171-4884112 (Uwe)

7. Bei einem Unfall mit Verletzungen ruft der Pilot, wenn möglich, die Rettungsleitstelle an und bittet um Hilfe.

8. Bei einer Baumlandung ohne Verletzung ruft der Pilot ebenfalls als erstes die Rettungsleitstelle an und informiert sie, dass keine Hilfe notwendig ist. Sodann setzt sich der Pilot mit einem Mitglied des Baumrettungsteams oder des Vorstands in Verbindung, das die Baumrettung koordiniert. Es kann sein, dass niemand vom Baumrettungsteam zur Verfügung steht. In diesem Fall muss schließlich doch die Rettungsleitstelle eine Bergung einleiten. Die Kosten übernimmt normalerweise die DHV-Versicherung.

9. Auch bei einer Außenlandung an ungewöhnlicher Stelle ist die Rettungsleitstelle zu benachrichtigen, damit sie bei Anrufen von Unbeteiligten informiert ist. Oft fehlinterpretieren Außenstehende eine Landung als Absturz und alarmieren die Rettungsdienste.

Luftbild

Bild 2: Der Flugkorridor darf nur verlassen werden, wenn man eine deutliche Startplatzüberhöhung (über 550 NN) hat

10. Ein Erste-Hilfe-Kasten befindet sich am Start in dem Schaukasten und am Landeplatz in einem Briefkasten am Tor. Jeder Pilot informiere sich darüber, wie man an das Rettungsmaterial herankommt.

11. Baumrettungsmaterial lagert im Startplatzbereich sowie in der Mittelstation der Bergbahn (die Leute an der Kasse verschaffen den Zutritt).

12. Vor dem Erstflug muss man sich eine Vorstellung von den Geländeformen des Königstuhl und des Neckartals machen und sich mit der Flugroute beschäftigen. Dazu studiert man die Karten (Bild 1, Bild 2), schaut sich das Königstuhlmassiv von den Neckarwiesen her an (vgl. Bild 3) und besucht den Landeplatz Stift (vgl. Bild 5), den Landeplatz Boschwiese sowie die Notlandeplätze Scheffelwiese und Russenstein. Im Internet gibt es auch ein Video von einem Flug.

13. Um eine Baumlandung in den hohen Fichten gleich nach dem Start zu vermeiden darf nur bei geeigneten Windverhältnissen gestartet werden und während des Startvorgangs keine Höhe „verschenkt“ werden. Wenn beim Aufziehen des Schirms Probleme entstehen, muss der Start frühzeitig abgebrochen werden.

14. Beim Erstflug soll man zunächst einmal den Weg zum Landeplatz kennen lernen. Deshalb fliegt man beim Erstflug gleich über den Fichten am Ende des Startplatzes (betont hangnah) nach rechts. Zur Linken hat man nun den Schlosshang, während das Gelände unter einem und vor einem, bei entsprechender Höhe, eher den Eindruck eines Plateaus macht (vgl. Bild 4). Man folgt der nach Norden auf die Bismarckhöhe ausgerichteten mehrere hundert Meter langen Linie, die die hohen alten Laubbäume im Schlosshang (links) von dem Jungwuchs (rechts) trennt. Nach einigen hundert Metern Flugstrecke erkennt man auf der anderen Neckarseite das Sportzentrum Ziegelhausen-Köpfel und bald danach den Landeplatz am Stift Neuburg. Noch diesseits des Neckars taucht unter einem die Boschwiese auf.

Bergprofil

Bild 3: Der ideale Flugweg führt genau über die Silhouette des Berges. Die äußerste Begrenzung des lugkorridors zur Stadt hin bildet das Rindenhäuschen (Kreis), das man allerdings aus der Luft nicht sieht. Man erkennt die Mulde des Schlossberghanges, die man möglichst hoch und ggf. nahe am Hang ausfliegen muss, sowie den flachen Bereich (Plateau) in der Mitte.

15. Der Neckar nebst Bahn und Straßen darf nicht überquert werden, wenn man über der Boschwiese weniger als 50 m Höhe hat. Eher ist eine Baumlandung am Hang in Kauf zu nehmen. Man sollte nicht versuchen, irgendwo am Neckarufer zu landen, weil dort die Abstände zu den Strassen nicht eingehalten werden können.

16. Wenn man bemerkt, dass sich am Landeplatz die Bäume im Starkwind biegen und man genügend Höhe hat sollte in der Umgebung des neuen Ziegelhäuser Friedhofes auf dem Köpfel gelandet werden. Dort ist mit schwächerem Wind und mit weniger Turbulenzen zu rechnen.

Bergprofil

Bild 4: Bergprofil von oben (man sieht das Plateau im mittleren Flugabschnitt)

17. Folgende Auflagen wurden bei der Zulassung erlassen:

  • Es dürfen nur 5 Piloten gleichzeitig über dem Gipfel und im Hangbereich des Königstuhls in der Luft zu sehen sein. Solange mehr als 5 Piloten fliegen wollen, soll sich der einzelne nicht länger als 30 Minuten im kritischen Bereich aufhalten: d.h. entweder geht er auf Strecke oder zum Landen. Den Wunsch starten zu dürfen und damit die Aufforderung an den am frühesten Gestarteten, die Gegend zu verlassen, äußert der nachkommende Pilot durch Auslegen des Schirms.
  • Am Tag sind nur 25 Starts erlaubt.
  • Starts sind erlaubt von 8:00 Uhr bis Sonnenuntergang
  • Bei einer Flughöhe unter Startplatzhöhe darf nur in einem Korridor geflogen werden, der auf Bild 1 dargestellt ist.
  • Häuser sollen möglichst nicht tief überflogen werden. Dies gilt ganz besonders für die Ortschaften Schlierbach und Ziegelhausen, die Villen am Schloss Wolfsbrunnenweg und am Landeplatz sowie die Klostergebäude.
  • Der Landeplatz ist durch das hintere (westliche) Tor am Weg Am Wingertsberg umgehend zu verlassen, wobei möglichst wenig Gras zertreten wird. Zusammenlegen in der Nähe des Tores am Zaun.

18. Gewerbliche Flüge sind generell verboten.

Landeplatz

Bild 5: Landeplatz